Wenn die Hitze bleibt
Über das Feuer, die Erde und die Kunst des Wandels
Ein Sommer, der viel von uns gefordert hat.
Der Sommer steht in der Traditionellen Chinesischen Medizin für das Element Feuer.
Feuer steht für Wärme, Licht, Aktivität, Lebendigkeit und Ausdruck. Es ist die Zeit der Fülle und der Expansion – die Natur steht in ihrer ganzen Kraft, die Tage sind lang, wir verbringen mehr Zeit draussen, sind aktiver und häufig auch geselliger. Es ist die Zeit des höchsten Yang – der grössten Ausdehnung und Aktivität im Jahreskreis.
Doch was geschieht, wenn das Feuer sehr lange und sehr intensiv brennt?
Dieser Sommer hat uns vielerorts mit aussergewöhnlicher Hitze konfrontiert. Hohe Temperaturen über längere Zeit sind sehr fordernd für den Körper. Er muss kontinuierlich regulieren, versucht, überschüssige Wärme abzugeben, die Hautdurchblutung wird gesteigert, wir schwitzen und verlieren Flüssigkeit und Elektrolyte. Hitze kann dadurch zu körperlicher Erschöpfung, Schwäche und Kreislaufbelastung führen.
Dazu kamen die vielen tropischen Nächte, die die nächtliche Abkühlung des Körpers erschwerten. Häufigeres Aufwachen und weniger erholsamer Schlaf über längere Perioden waren die Folge. Studien zeigen, dass Hitze insbesondere den Tiefschlaf und den REM-Schlaf beeinträchtigen kann. Der Körper bekam weniger Gelegenheit, sich vollständig zu regenerieren.
Natürlich reagiert jeder Mensch anders auf Hitze. Manche fühlen sich auch bei hohen Temperaturen voller Energie, andere werden schnell müde oder schlafen schlecht. Doch eines gilt für alle: Temperaturregulation ist körperlich anstrengende Arbeit, die Energie kostet.
Was zunächst nach Sommer, Sonne und Leichtigkeit klingt, kann irgendwann zu einer Belastungsprobe werden.
Vielleicht merken wir deshalb gerade jetzt, gegen Ende des Sommers, dass wir zwar eigentlich eine schöne und aktive Zeit hinter uns haben – uns aber trotzdem müde, erschöpft, unruhig oder weniger belastbar fühlen.
Vom Feuer zur Erde
In der Lehre der fünf Wandlungsphasen folgt auf das Feuer die Erde.
Die Erde steht für eine andere Qualität: für Mitte, Stabilität, Versorgung, Verdauung, Integration und Regeneration. Während das Feuer nach aussen drängt, geht es bei der Erde mehr darum, wieder bei sich anzukommen.
Wenn die Hitze auch im Spätsommer und bis in den Herbst hinein anhält, bleibt die sommerliche Qualität ungewöhnlich lange bestehen. Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin kann dies bedeuten, dass der natürliche Übergang von einer Wandlungsphase in die nächste erschwert wird.
Das Feuer bleibt aktiv, obwohl eigentlich eine andere Qualität an der Reihe wäre.
In der TCM ist die Wandlungsfähigkeit wesentlich für ein gesundes Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele.
Wenn die sommerliche Aktivität (Feuer) zu lange anhält, sind wir noch im Tun, obwohl unser System eigentlich schon nach Sammeln und Regeneration verlangt.
Der Wechsel und die unterschiedlichen Qualitäten der Jahreszeiten erinnern uns daran die unterschiedlichen Qualitäten in unserem Leben wieder zuzulassen.
Denn Gesundheit bedeutet in der TCM nicht, dass immer alles gleichbleibt. Gesundheit bedeutet auch, sich wandeln zu können.
Shiatsu – Raum für den Wechsel
Gerade in einer Zeit, in der die Hitze lange angehalten hat und der Körper vielleicht noch ganz in der sommerlichen Aktivität steckt, kann Shiatsu einen wertvollen Raum für Ruhe, Sammlung und Regeneration schaffen.
Die achtsame Berührung, der sanfte Druck entlang der Meridiane und die ruhigen Dehnungen können dabei helfen, aus dem ständigen „Tun“ wieder stärker ins Spüren und Wahrnehmen zu kommen. Aus Sicht der TCM geht es in dieser Übergangszeit darum, die Qualität der Erde zu unterstützen: die eigene Mitte zu finden, sich zu sammeln, zu nähren und das Erlebte zu integrieren. Shiatsu unterstützt dabei den nächsten Abschnitt mit neuen Kräften zu beginnen.
💮 Shiatsu Zürich – Feuer & Erde